Bilanz des Schreckens: Brennende Autos in Berlin
Montag, 21. Dezember 2009
Im Jahr 2009 wurden in Berlin und Hamburg zusammen bisher rund 500 Autos durch Brandanschläge beschädigt. „Dieses Jahr hatten wir bis jetzt 143 von uns als linksextremistisch eingestufte Brandanschläge, bei denen rund 290 Fahrzeuge beschädigt wurden“, berichtet Erhart Körting, Innensenator der Stadt Berlin.
Bei etwa der Hälfte der Auto-Anschläge wird ein politisches Motiv vermutet.„Die Einfachheit der Tatbegehung führt offenbar dazu, dass diejenigen jetzt Autos abbrennen, die bisher aus Vandalismus Brände etwa an Mülltonnen gelegt haben“, resümiert Körting. In der Hansestadt sind es nur unwesentlich geringere Zahlen. Laut Innenbehörde waren es in Hamburg 138 Brandstiftungen und 216 beschädigte Fahrzeuge.
„Im Gegensatz zu Berlin sehen wir den Anteil von politisch motivierter Kriminalität aber lediglich bei 20 Prozent. In Berlin brennen eher Luxuskarossen, in Hamburg auch schon einmal ein Opel Kadett aus dem Baujahr 1982“, so Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus. Jugendliche Täter würden dort verstärkt aus Frust ohne gezielten politischen Hintergrund handeln. Ahlhaus meint: „Neben diesem Vandalismus gibt es zudem auch Trittbrettfahrer oder Versicherungsbetrüger.“
Laut Erhart Körting ist in Berlin jede Nacht ein „zwei- bis dreistelliges Aufgebot von Zivilpolizisten“ unterwegs, um Autobrände zu verhindern. „Doch wenn der Reifen brennt, sind die Täter länst verschwunden.“ Zusätzliche Erschwernis für die Fahnder sei, dass es in der linksextremistischen Szene keine Organisation gebe, die die Taten verübe.
„Dort entsteht aber klammheimliche Freude, wenn ein kleines Grüppchen nach dem Kneipenbesuch beschließt, ein Auto anzuzünden. Dieses spontane Vorgehen von Einzelnen macht die Ermittlungen so schwierig für die Polizei“, so Körting weiter.
Der Berliner und der Hamburger Innensenator sprachen sich gegen eine Videoüberwachung bestimmter Straßenzüge aus. „Denn gäbe es in Berlin eine Straße, in der sich die Straftaten häufen, könnte man nach geltender Rechtslage eine temporäre Videoüberwachung anordnen. Das ist aber nicht der Fall“, so Christoph Ahlhaus. Eine komplette Videoüberwachung von 5000 Kilometer Straßenland wäre paradox.
Die Polizei die gewaltige Flut von Informationen gar nicht auswerten. „Brandanschläge auf Kraftfahrzeuge werden im gesamten Stadtgebiet verübt. Man kann nicht ein so großes Gebiet komplett videoüberwachen“, meint der Hamburger Innensenator.











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