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Im Mauerpark geht die Sonne nicht mehr unter

Mittwoch, 29. Juli 2009

Berlin

Einst wurde der Berliner Mauerpark eingerichtet um den Berlinern eine weitere Möglichkeit zu geben, den Feierabend bei Sonne, Grillen und entspannter Atmosphäre genießen zu können. Im Endeffekt blieb es nicht bei der Feierabend-Nutzung und so ist der Park im Prenzlauer Berg mittlerweile, ob Ferierabend, Sonntags oder auch zu Arbeitszeiten einer der beliebtesten im Norden Berlins.

Die Mittel um den Park zu errichten, insgesamt 4,5 Millionen Deutsche Mark, wurden 1992 von der Allianz-Umweltstiftung zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung: bis zum Jahre 2010 soll die Grünfläche auf 10 Hektar ausgeweitet werden, anonsten muss die Stadt das zur Verfügung gestellte Geld zurückzahlen - inzwischen schreiben wir das Jahr 2009 und der Park misst eine Fläche von 8 Hektar.

In den 12 Jahren seines Bestehens hat sich der Mauerpark zum beliebten Szenetreff gemausert und so finden sich Tag für Tag Menschen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten zur Erholung auf den Grünflächen ein.

Eine Möglichkeit den Park um weitere 2 Hektar  zu vergrößern wäre es, der Immobilienfirma Vivico einen Teil ihres an den Mauerpark anschließenden 6 Hektar großen Geländes abzukaufen auf dem jeden Sonntag der Mauerpark-Flohmarkt stattfindet. Während Bürgerinituiativen dies befürworten, sprachen sich sowohl Senat als auch die Bezirke Prenzlauer Berg und Wedding aus finanziellen Gründen gegen einen Kauf aus.

Da die Stadtverwaltung das Geld für das betreffende Gelände nicht ausgeben will/kann, kam es zu dem Vorschlag eines Tauschhandels: Vivico überlässt der Stadt die benötigten 2 Hektar (insgesamt sogar zusätzliche 5,2 Hektar) und erhält im Gegenzug eine Baugenehmigung für die verbleibenden 4 Hektar des Grundstückes.

Schon und gut, doch die Pläne die Vivico und Mitte-Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) für das direkt am Mauerpark befindliche Gelände nun vorlegte, ist für Anwohner, Bürgerinitiativen wie auch Besucher des Mauerparks gleichermaßen inakzeptabel. So soll nach Willen von Vivico und Goethe von der Gleimstraße hinweg bis zu den S-Bahn-Gleisen ein 6- bis 7-geschössiger Gebäudekomplex von 30 Meter Breite entstehen.

Sicher, ein Kompromiss sollte beiden Seiten etwas abverlangen. Die geplante Bebauung würde allerdings dem Mauerpark eines seiner schönsten Highlight berauben - Der wunderschöne Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt wäre wohl nicht mehr zu sehen.

Da wäre es, bei aller Dankbarkeit für die Geldmittel die seitens der Stiftung zur Verfügung gestellt wurde, vielleicht doch besser gewesen auf derartige Bedingungen zu verzichten. Nicht weil die Intention nicht löblich gewesen wäre! Nein, die Stadtverwaltung ist es, die es wiedereinmal geschafft hat aus einem Geschenk eine Verpflichtung zu basteln.

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