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Razzia in der Haschischheide

Dienstag, 21. Juli 2009

Berlin, Schlagzeilen

Die Hasenheide in Neukölln ist einer der schönsten Erholungsorte der Stadt. Tagtäglich finden zahlreiche Berliner mit oder ohne Familie den Weg auf die Wiesen des Parks um, insbesondere bei schönem Wetter, dem ewigen grau der Stadt zu entfliehen zu können.

Es gibt hier Spielplätze, ein Freiluftkino und im Sommer sogar ein Volksfest mit Zuckerwatte, Autoskooter und Karussell.

Doch ist die Hasenheide in anderen Kreisen auch als “Haschischheide” bekannt, was daher rührt das sie der inoffiziellen Coffeeshop der Stadt ist, und das seit über 20 Jahren. Mit einer Razzia ging die Polizei am vergangenen Sonntag gegen diesen Umstand vor - mit zweifelhaftem Erfolg.

Betritt man vom Hermannplatz aus kommend die Heide fällt dem aufmerksamen Beobachter wird man schon sehr schnell angesprochen: “Gras?” zischt es dann von der Seite, “guter Preis!”. Und so finden sich neben den Erholungsbedürftigen tagtäglich auch Menschen auf der Suche nach Marihuana im Park ein. Insbesonder unter Touristen, die sich in der Stadt nicht auskennen, stößt das Angebot auf eine breite Nachfrage.

Für 10 Dealer aus der Neuköllner-Hasenheide war am Sonntag das Geschäft mit Marihuana allerdings vorbei. Denn die Polizei nutze den Tag und rückte mit insgesamt 25 Polizisten, einer handvoll Spürhunde und, beobachtend aus der Luft, einem Hubschrauber an, um gegen den Handel von Betäubungsmittel vorzugehen. Die “Säuberungsdaktion” fand von 10 Uhr morgens bis 23 Uhr am Abend statt.

“Normalerweise hält es circa 12-24 Stunden an, also bis zum nächsten Tag”, so ein Neuköllner Passant auf die Frage wann die Dealer wieder an Ihren Standorten stehen.
“Nicht selten sind es die selben Personen.” Auch in der jetzigen Aktion wurden die aufgegriffenen Personen nach Feststellung der Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt. Deshalb stellt sich die Frage ob eine solche, enorm teure Aktion, abgesehen von der (wirklich geringen) abschreckenden Wirkung überhaupt einen Sinn erfüllt.

Denn hier gehen der Polizei nur die ganz kleinen Fische ins Netz, solche die weder das große Geld verdienen und solche die, würde man sie wegsperren, so oder so innerhalb Stunden durch andere ersetzt werden würden. Tatsache ist doch, die Hasenheide ist, gehen wir von mafiösem Strukturen im Hintergrund aus, ein Riesengeschäft und deshalb schaffen selbst massive Kontrollen hier keine Abhilfe solange der Rubel rollt.

Lange Zeit war es, vielleicht auch deshalb, die Politik der Polizei den Grashandel lieber in der Hasenheide zuzulassen, als dagegen anzukämpfen und somit das Problem in die Umliegenden Hinterhöfe, Schulhöfe…zu verschieben. Hier hatte die Polizei die Sache zumindest im Auge. Ob diese Taktik nun abgeändert wurde oder aber einfach von Zeit zu Zeit Präsenz gezeigt werden sollte zeigt sich wohl in den nächsten Wochen.

Vielleicht wäre es insgesamt sinnvoller das Geld, was eine solche Aktion kostet, in Drogenprävention und Aufklärung Jugendlicher zu investieren, anstatt gegen Windmühlen anzukämpfen. Auf diese Weise könnten Jugendliche über harte Drogen informiert und das Kernproblem des Drogenmissbrauchs an der Wurzel angepackt werden.

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2 Kommentar(e)

  1. Paradoxon sagt:

    ist ja wirklich ein lacher - wahrscheinlich um mal ein beispiel zu setzen wie rigoros und tapfer der staat doch gegen die pösen puben der nation vorgehen….
    hier ein anderes beispiel: offenkundig im görlitzer park stehen einige klar zu erkennende dealer an einer mittigen stelle .. man sieht wie tütchen gereicht werden…die polizei fährt mit dem streifenwagen durch…guckt genau dorthin…schaut weg und man hört zwei meter weiter: leinen sie bitte ihren hund an - so geht das ja nicht - das kostet 35,00 Euro

    ein witz!

  2. Kevin sagt:

    Das Hundebeispiel ist gut;)…Offensichtlich ist die Polizei mit der Situation überfordert. Deshalb ist Aufklärung und Drogenprävention der Jugendlichen so wichtig! Die Deutsche Mentalität will immer nur bestrafen anstatt vernünftig mit Themen umzugehen!

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"Razzia in der Haschischheide"

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