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Chaoswochen der Berliner S-Bahn

Montag, 20. Juli 2009

Berlin, Schlagzeilen

S-Bahn Berlin

S-Bahn Berlin weiter eingeschränkt

“Derartige Zustände sind für eine so große Stadt wie Berlin eigentlich unhaltbar” so der gerade frisch aufgefangene O-Ton einer Berlinerin auf dem Weg zur Arbeit. Vom “Totalversagen der Vorstände” und “ständiger Geldeinsparerei”  ist da die Rede und nicht wenige sehen das Preis/Leistungsverhältniss ihrer BVG Monatskarte in diesen Tagen schmerzlich ins negative verschoben.

Wir befinden uns am Bahnhof Friedrichstraße, einem der Verkehrsknotenpunkte der Hauptstadt, einem von dem man dachte das hier, den Kriegsfall ausgeschlossen, immer S-Bahnen fahren werden. Doch neben den vielen Reportern, Kamerateams und Fotografen, welche angesetzt wurden das erwartete Chaos für die Presse zu dokumentieren, fällt dem Berufspendler vorallem das große Schild an den S-Bahn Gleisen auf. “Kein Zugverkehr, bitte benutzen sie die Regionalbahnen” sagt uns die Aufschrift und schnell wird klar das der Arbeitsweg, der normalerweise keine 5 Minuten Wartezeit ohne aufkommende Genervtheit verkraftet, heute ein sehr langer wird.

Berlin Ostbahnhof, 20 Minuten später. Auch hier läuft eine Reporterin in der Hoffnung ein paar Meinungen einzufangen die Gleise ab. Sie wirkt gelassen und, da sie ihren Arbeitsweg und den damit verbundenen Strass bereits hinter sich hat, entspannter als all die anderen Fahrgäste. Diese stehen Schlange vor einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn, der mit Handzetteln, Notizen und einer gehörigen Portion Geduld ausgestattet über die spärlichen Möglichkeiten sein Ziel doch noch zu erreichen informiert.

Es sind eben keine glorreichen Zeiten für die Berliner S-Bahn den ab heute wurde der gesamte Ost-West-Verkehr (!) durch die Innenstadt unterbrochen. Insgesamt wurden zwei Drittel der Schienenfahrzeuge aus dem Verkehr gezogen, was dazu führt das 19 Bahnhöfe (darunter prominente Namen wie Friedrichstrasse und  überhaupt nicht mehr angefahren werden. Desweiteren ist die Fahrradmitnahme sowohl in den S-Bahnen als auch in den Regionalzügen nicht mehr gestattet um stattdessen mehr Farhgäste unterbringen zu können.

Der Fahrgastverband IGEB empfiehlt desweiteren: „Wenn Sie eine Ausweichmöglichkeit haben, dann meiden Sie die S-Bahn. Auch bei einer Umweg-Fahrt werden Sie am Ende schneller am Ziel sein!“. Der amtierende Bürgermeister Wowereit rief in einer Stellungnahme zu “Solidarität und Rücksichtnahme” auf und sprach von einer neuen Geduldsprobe für die Berliner. Er selbst wurde allerdings schon lange Zeit nicht mehr in einem öffentlichen Verkehrsmittel gesehen.

Insgesamt zieht sich das S-Bahn Chaos schon seit 3 Wochen in die Länge. Grund dafür waren Beanstandungen des Eisenbahnbundesamtes bezüglich der Sicherheit der S-Bahn-Wagons.

Foto: jaybergesen@flickr

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