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Landowsky und seine Berliner Bankenkrise

Mittwoch, 24. Juni 2009

Berlin, Schlagzeilen

Auch wenn sich die Hypo Real Estade und Lehmann Brothers vielleicht damit rühmen die Finanzkrise erfunden zu haben, in Berlin hatten wir sowas dank korrupter Politiker und einem Haufen viel zu gieriger Manager schon vor 8 Jahren. Heute schließlich hat der letzte Prozess um den Berliner Bankenskandal von 2001 vor dem Berliner Landgericht begonnen - und wurde gleich wieder vertagt.

Vor Gericht verantworten müssen sich der frühere CDU - Fraktionschef Klaus Rüdiger Landowsky , der frühere Bankgesellschaftschef Wolfgang Rupf, der frühere Chef der Landesbank Berlin, Ulf Decken, und Manfred Schoeps, der einstige Geschäftsführer der Immobilientochter IBG, sowie weitere Ex - Manager der Bankgesellschaft Berlin (BGB). Vorgeworfen wird ihnen schwere Untreue, ein Vergehen auf das eine Höchststrafe von 10 Jahren Gefängnis steht.

Dabei geht es um die Gewährung hochriskanter Kredite an die Immobiliengruppe Aubis, wodurch die Bank derart ins straucheln kam, das diese nur durch Steuergelder gerettet werden konnte. Das Land musste deshalb Fondsgarantien in Höhe von insgesamt 22 Milliarden Euro aussprechen.

Landowsky wurde in einem vegangenen Prozess bereits zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Sollte es wie erwartet zu einer weiteren Verurteilung kommen, würde dies die definitive Haftstrafe ohne Chance auf Bewährung für den ehemals hochrangigen und angesehenen CDU-Multifunktionär bedeuten.

Trotz der vernichteten Geldwerte scheint es als wäre es für die etwaige  “Betrüger - Bande” kein Problem, fähige Anwälte bezahlen zu können. So kam es im Gericht nicht einmal zur verlesung der Anklageschrift, da die Verteidigung der Richterin Claudia Wolten und ihrem Stab Befangenheit vorwarf, worauf das Verfahren vertagt werden musste.
Dieser Vorwurf ergibt sich aus einem dritten, noch schwebenden Verfahren gegen Landowsky. In dem hatte Wolten die Angeklagten (passend) als “Spieler” beschrieben, “die mit immer höheren Einsätzen auf eine immer bessere Entwicklung der Immobilienmärkte wetteten”.

Für den Steuerzahler belief sich der vermutlich durch die Angeklagten entstandene Schaden auf insgesamt 116 Millionen. Zum Vergleich, das entspricht in etwa 4000 von Chaoten abgefackelten Mercedes oder 330 000 Monatssätzen Hartz VI. Oder aktuell formuliert: Die so oder so schon gut betuchten Herren kosteten den Steuerzahler soviel wie 45 “Squad Tempelhof - Einsätze”!

Die B.Z. und unsere verehrte Springerpresse hielt es, wie zu erwarten war, trotzdem für wichtiger mit den Kosten der versuchten Tempelhof - Besetzung zu titeln. Ist ja auch irgendwie klar, schließlich verkauft sich das einfach besser.

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