Ausbau A100 - sein oder nicht sein…
Freitag, 29. Mai 2009
Seit einigen Monaten ist in Berlin eine Diskussion über den geplanten Ausbau der A100 im Gange. Dieser wurde eigentlich bindend im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien festgelegt und auch das Planfeststellungs- verfahren zur Genehmigung des Bauvorhabens läuft bereits seit einigen Wochen.
So hatte sich manch Berliner bereits auf eine A100 eingestellt, deren Verlauf sich über das Autobahndreieck Neukölln bis hin zur Elsenbrücke am S-Bahnhof Treptower Park zieht.
Doch trotz all der Anzeichen für einen baldigen Baubeginn der Betontrasse wird dieser immer unwahrscheinlicher, was daran liegen mag, das sich die Politik mehr und mehr uneiniger ist und auch die Bevölkerung in zwei Lager polarisiert wurde.
Der Ausbau soll laut Befürwortern eine erhebliche Verkehrsentlastung in Treptow und Neukölln zur Folge haben und desweiteren die Anbindung an den momentan im Bau befindlichen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) erheblich verbessern. Friedrichshain werde dafür mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen haben.
Kritiker des Projekts argumentieren damit, das anstatt in Autobahnen lieber in öffentliche Verkehrsmittel investiert werden soll. Damit wäre in der Tat allen ein Stück weit gedient, würde dies doch die Entlastung des Verkehrs, der Feinstaubwerte und der Lärmbelastung zur Folge haben.
Waren sich anfangs noch alle so einig das der Ausbau der A100 sogar in den Koalitionsvetrag aufgenommen wurde, kommt es einem momentan so vor als müsste A100-Befürworter und Bürgermeister Wowereit alleine in die Schlacht ziehen. Sowohl die Grünen als auch die Linke haben inzwischen starke Bedenken gegen das Projekt geäußert und auch die SPD hat diesbezüglich mit fraktionsinternen Unstimmigkeiten zu kämpfen.
Im Falle eines Ausbaus sollen unter Protest der Eigentümer 4 Häuser in der Beermannstraße und 300 Kleingärten in Neukölln abgerissen werden. Ein Großteil der Trasse, insgesamt 65%, verlaufen unterirdisch, um gesetzliche Vorschriften über Ausgleich und Ersatz für die Eingriffe in Natur und Landschaft einhalten zu können. Nicht nur deshalb belaufen sich die Kosten für das Mammutprojekt auf 420 Millionen Euro, wovon etwa 10 Prozent auf Berlin und der Rest vom Bundesverkehrsministerim getragen werden soll.
Schlagwörter: A100, Ausbau, Friedrichshain, Neukölln, Treptow











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