Weniger Kita-Plätze in Berlin als Millionäre an der Wall-Street?
Dienstag, 12. Mai 2009

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Hatten wir vor kurzem noch über den Berliner Babyboom berichtet, ist ein daraus entstandener Mangel heute das Thema von Berlin-Fokus. Denn wer haufenweise Babys macht, der braucht auch haufenweise Kita-Plätze, um den Nachwuchs angemessen unterbringen zu können.
Doch die Stadtplanung ging anscheinend jahrelang von falschen Prognosen aus und so wird, trotz eigentlichem Rechtsanspruch, die Warteliste von Jahr zu Jahr länger. Alleine in Friedrichshain sind die Anfragen an Kitaplätze in den letzten drei Jahren um fast 50% gestiegen.
Trotz dieser Zahlen ist das Thema schon seit Jahren aktuell und die Anschaffung weiterer Plätze, eine scheinbar einfache Lösung, scheiterte zumeist daran das seitens der Regierung kein Geld übrig war. Ein Argument, das im Nachhinein und in Anbetracht der momentanen “Geld-Verschleuder Mentalität” des Staates nur auf Unverständniss stoßen kann.
Dem seit Jahren hilflosen handeln der Bezirksverwaltung stehen eigentlich nur “privat” organisierte Elterninitiativkitas (wie bspw: Rübezahl e.V., JAMSAPALPIM e.V. oder die Elterninitiative Kita- Friedrichshainer Mäuse e.V.) entgegen. Doch denen fehlt es laut Angaben der Organisatoren neben Räumlichkeiten an ausreichend Erziehern und Erzieherinnen. Die Bildungsverwaltung bestreitet das zwar mit dem Argument, es seien “über 1000 Erzieher arbeitslos gemeldet”, die Stadträtin Hermann hält jedoch dagegen: “Die Mehrzahl der gemeldeten Erzieher seien momentan nicht vermittelbar“.
So wird die schon lange abzusehende Situation wohl noch weiter die Gemüter derer Eltern erhitzen, die nicht schon vor der Geburt des Nachwuchses einen Kita Platz reserviert haben. Insbesondere für jungen Eltern die gerade erst zugezogen sind, stellt die Suche nach einem Kindergartenplatz eine schier unlösbare Hürde dar.
Vielleicht würde es helfen den Verwaltungen klar zu machen das Kindergartenplätze und Bildung genauso Systemrelevant sein können wie Banken in der runtergewirtschafteten Finanzwelt. Und nüchtern betrachtet sind die Renditen und vorallem der gesellschaftliche Nutzen bei Investitionen in jedes einzelne Kind um ein Vielfaches höher, als es selbst bei einem 24 Stunden und 7 Tage die Woche arbeitenden Bänker jemals auch nur annähernd der Fall sein wird. Wie wäre es denn mal mit “Kita-Plätzen als Konjunktur-Paket” ?
Schlagwörter: Friedrichshainer Mäuse, JAMSAPALPIM, Kindergarten, Kita, Kita-Plätze, Rübezahl











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