Das KaDeWe steht zum Verkauf
Montag, 20. April 2009

commons.wikimedia.org / by Jochen Jansen
Durchschnittlich 40 000 - 50 000 Menschen strömen tagtäglich in das Kaufhaus des Westens, kurz KaDeWe, am Tauentzien. Fast die Hälfe davon sind Touristen, der Rest immerhin Berliner.
Doch mit Wiederaufleben des Alexanderplatzes und dem steigenden Aufkommen an Kaufhäusern im Osten der Stadt muss die Karstadt-Gruppe, und damit auch das KaDeWe, um jeden zahlungswilligen Kunden buhlen. Die Lage hat sich wohl zusätzlich noch im Zuge der Finanzkrise stark verschlechtert.
Deshalb erwägt die Karstadt Mutter Arcandor jetzt den Verkauf des 60 000 Quadratmeter großen Luxuskaufhauses. Doch trotz britischen Interessenten macht es die Finanzkrise nicht einfacher passende Investoren zu finden.
Es ist DER Berliner Konsumtempel und von Donau bis Elbe wird sich kaum jemand finden lassen, der, wenn er nicht schon selbst zu besuch war, den Namen KaDeWe nicht zumindest schon einmal gehört hat.
Das KaDeWe ist für viele Menschen mehr als nur ein gewöhnlicher Laden, denn neben dem Bezugsort für Zahnpasta und Klopapier, der festen Adresse für edlen Schmuck und teure Mode ist das KaDeWe für viele auch Treffpunkt und sozialer Mittelpunkt. So finden sich Sonnabend nicht wenige die den Abschluss der Woche mit einem gemütlichen Glas Wein in einem der zahlreiche Gourmetschuppen und Fresstempel des KaDeWe genießen.
Der Verkauf des Kaufhauses ist nichtmal so richtig auf Probleme des KaDeWe an sich zurückzuführen, steckt doch vielmehr die Karstadt Gruppe im Ganzen in großen finanziellen Schwierigkeiten. Da kommt eine kräftige Finanzspritze durch den Verkauf des Luxuszugpferdes natürlich gelegen. Erst vergangene Woche musste die Kaufhauskette Woolworth Insolvenz anmelden. Es scheint als wären die Zeiten hart für Kaufhäuser oberhalb der Aldi-Preisklasse.
Schlagwörter: Arcandor, KaDeWe, Karstadt, Kaufhaus des Westens, Tauentzien











28. Mai. 2009 um 09:17
Die Zeiten für Arcandor sind gerade ja sehr hart geworden, allerdings muss man auch sagen, dass dies wohl zum allergrößten Teil selbstverantwortet ist. Ich finde, die sollten sich nicht nur von Elementen lösen, die ihnen finanziell wieder ein wenig auf die Aprünge helfen, sondern müssen auch ihre komplette Warenhaussparte völlig neu überdenken. Die alten Konzepte funktionieren heutzutage einfach nicht mehr und wenn man sich da nicht auf die Zukunft umstellt, dann verdient man erst recht keine Staatshilfen.
29. Mai. 2009 um 07:49
Ich denke, die werden auch tatsächlich ihren Teil dazu beigetragen haben, denn andere Gründe für die augenblickliche Situation scheinen mir nicht da zu sein. Hier hilft es meiner Meinung auch nicht, einfach nur Geld in ein Unternehmen zu pumpen, wenn diese nicht bereit sind Änderungen in deren Konzepte vorzunehmen, die bisher ja weniger Erfolg hatten.