Aus den Augen aus dem Sinn
Montag, 6. April 2009

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Ein großes Loch mit einer Länge von 180 Metern und einer Breite von 85 Metern ragt mitten aus der Berliner Innenstadt und irgendwie erinnert das ganze ein bißchen an Zeiten, in denen die Fläche vom Potsdamer Platz noch von der einen bis zur anderen Seite eingesehen werden konnte. Der Palast der Republik ist weg und mit ihm ein Stück deutscher Geschichte, was von manchem, so macht es den Eindruck, am liebsten so schnell wie möglich in Vergessenheit geraten soll. Schon als erste Pläne zum Abriss des ehemaligen Volkskammer der DDR laut wurden war klar, das Thema polarisiert die Berliner.
Schon seit der Wiedervereinigung ist die Nutzung des asbestverseuchten Palast ein Diskussionsthema und 1998 - 2003 wurde aus Unentschlossenheit einen Entfernung des Asbest aus dem Gebäude angeordnet, welche sowohl eine Sanierung als auch den Abriss des Gebäudes zuliesen. Grundlegend drehte sich die Diskussion darum ob der Palast nun ein Stück, wenn auch ungeliebter, deutscher Geschichte sei oder nur ein hässlicher Klotz der aspestverseucht in der Gegend rumsteht und blockiert. So trafen zwei unterschiedliche Arten der Vergangenheitsbewältigung aufeinander.
Im Jahr 2003 entschied der deutsche Bundestag dann über den Abriss und die zwischenzeitliche Nutzung als Grünfläche und irgendwann soll dann an der Stelle das Humbold-Forum entstehen, welches die Museen außereuropäischer Kulturen, die Berliner Zentral- und Landesbibliothek und die wissenschaftshistorischen Sammlungen der Humboldt-Universität fassen soll. Zuletzt war dafür aber auch der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof im Gespräch und so darf spekuliert werden zu welcher Entscheidung man sich schlussendlich durchringen werde. Auch der Wiederaufbau der Berliner Schlosses wurde diskutiert, das einst an der Stelle stand an der nun der Palast der Republik nicht mehr steht.
Insgesamt 2 Jahre waren notwendig um am 02.Dezember 2008 den Abriss des Gebäudes fertig zu stellen. Dabei wurden folgende Mterialien abgetragen und teilweise wiederverwendet:
* 56.600 t Beton
* 19.300 t Stahl und Eisen
* 500 t = 8.200 m² Glas
* 600 t Ziegel und Holz
* 1.000 t Bitumengemische, Kunststoffe und Dämmstoffe
* 200 t besonders überwachungsbedürftige Stoffe, die wegen der Asbestanteile getrennt entsorgt werden mussten.
Den Stahl hat sich übrigens der VW-Konzern geschnappt und so wurden aus dem einstigen Repräsentantenhaus der kommunistischen DDR Motorblöcke für das kapitalistische Durchschnittsauto VW Golf. Lenin hätte sich wohl im Grabe umgedreht.
[Update]
Damit Sie immer den Durchblick haben: Augen lasern gibts auch in Berlin.
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Schlagwörter: Berlin, DDR, Humbold-Forum, Humboldt Universität, Lenin, Palast der Republik, Potsdamer Platz














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